Aus für TransRun ?

Mit einer Mehrheit von knapp 400 Stimmen haben die Bürgerinnen und Bürger im Kanton Neuchâtel entschieden.

Am Sonntag 24. September 2012 haben die Stimmberechtigten die TransRun Vorlage mit nur 50,29 Prozent abgelehnt und sagten damit Nein zur neuen Bahnlinie zwischen Neuenburg und La-Chaux-de-Fonds.

Eröffnet wurde die Bahnstrecke von Neuchâtel nach La Chaux-de-Fonds und Le Locle in Etappen zwischen 1857 bis 1860, nur 10 Jahre nach Eröffnung der ersten Eisenbahnlinie in der  Schweiz, der Spanisch-Brötli-Bahn zwischen Zürich und Baden.

Die Linienführung mit Spitzkehren in Chambrelien und La Combe erfolgte nach der damals üblichen Bahntechnik zur Überwindung von Steigungen. Bereits 1888 konnte die Spitzkehre bei Convers mit dem 1618 Meter langen Crosettestunnel umfahren und damit die Strecke in den heutigen Zustand überführt werden.

Die 46 km lange Strecke von Neuchâtel bis La-Chaux.de-Fonds wird heute mit modernem Rollmaterial in der schnellsten Verbindung mit Halt in Chambrelien und Les Hauts-Geneveys in 28 Minuten stündlich befahren. Ein Halbstundentakt wäre auf der eingeleisigen Strecke nur mit massiven Ausbauten möglich. Zudem sind die Kapazitäten auf dem gemeinsamen Streckenabschnitt mit der Jurafusslinie zwischen Neuchâtel bis Vauseyon dafür nicht vorhanden.

Der Bau der neuen Bahnstrecke hätte die Fahrzeit zwischen dem unteren und dem oberen Kantonsteil von 29 Minuten auf 14 Minuten verkürzt. Ausserdem wäre der Kanton besser an Basel, Genf, das Mittelland und den Rest der Schweiz angebunden worden.

Gekostet hätte das Projekt insgesamt 919 Millionen Franken. Davon hätten die SBB 240 Millionen aus dem Budget der nicht benötigten Sanierung der alten Linie beigesteuert und der Bund 111 Millionen übernommen. Für die restlichen gut 560 Millionen hätten der Kanton und die Gemeinden aufkommen müssen.

Plan B ist die dringend notwendige Sanierung der Linie aus dem Jahr 1860 für 240 Millionen durch die SBB. Diese Sanierung war auch der Auslöser für die Frage der SBB an den Kanton:

“Gibt es  nicht zukunftsweisendere Lösungen als die 1:1 Sanierung und damit die Festschreibung einer Linienführung unserer Urgrossväter und Bahnpioniere aus dem vorletzten Jahrhundert” ?

Werner Wildener Mitglied des Verwaltungsrates Transrun SA.